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Edelkastanie (Castanea sativa)
2. Teil

Forstetzung von Dezember 2008

Während der Wintermonate werden dem aufmerksamen Beobachter die Kastanienbäume durch die auffallenden Fruchthüllen und die charakteristischen Blätter am Boden oder auch durch vereinzelte lange an den Zweigen haftende vertrocknete Blätter auffallen.

 

Bild 6: Falllaub, Fruchthüllen und Ast von Castanea sativa_ Melkerwald_21. Dezember 2002 und 27. Dezember 2008

Hintergrundbild: Falllaub aus dem Melkerwald, Blätter von Edelkastanien und Eichen Eingefügtes Bild 1: Ein Zweig  mit einem noch anhaftenden Blatt, länglich lanzettliche Form, Blattrand vorwärtsgerichtet gezähnt, ovale, leicht zugespitzte  Knospen Eingefügtes Bild 2: Falllaub, ein einzelnes Blatt und eine Fruchthülle mit den charakteristischen Stacheln

Auch die Borke ist, vor allem bei den älteren Stämmen, sehr typisch. Die anfangs glatte Borke (Bild li oben) zeigt bei älteren Bäumen eine netzartige Struktur: Die Borke reißt auf und löst sich in schmale Borkenleisten auf, die sich spitzwinkelig voneinander trennen. Bei sehr alten Bäumen (unten) vertiefen sich die Borkenfurchen und Fasern der Borkenleisten überbrücken zum Teil die Furchen.

Bild 7: Borkenbilder Castanea sativa_ Unterer Totenkopf_ 14. Jänner 2008 und Kastanienwald_15. Jänner 2008

Siehe Bildbeschreibung oben

Vom Kastanienwald aus wurde die Edelkastanie  durch Menschen und Tiere (Häher und Krähen)  in die Wälder südlich des Rohrbachs und in den Krainer- und Melkerwald verbreitet. Da Kastanienbäume kalkempfindlich sind, finden wir sie nur auf  kalkarmen Böden, wie sie für diese Bereiche typisch sind. Dieser Kastanienbaum im Melkerwald musste im Schatten älterer Bäume überleben und bildete daher einen verbogenen Stamm und weit ausladende Äste und Zweige aus.

Bild 8: Junger Edelkastanienbaum Castanea sativa_Melkerwald_06. Jänner 2008

Junger Edelkastanienbaum (siehe Text) in einem Rotföhrenforst. Die Rotföhren sind deutlich älter und höher (etwa 25m, der Kastanienbaum etwa 5m)

Bild 9: Ca. 100-jährige Kastanienbäume und Baumstock Castanea sativa_Unterer Totenkopf_14. Jänner 2008

Einige gerade aufragende Stämme in unbelaubtem Zustand, dazu das Schnittbild vom Stock eines gefällten Baumes

Hier im Totenkopfwald entwickelten die Kastanien im Bestand - d.h. wenn sie mit den gleichaltrigen Eichen und Buchen mitwachsen konnten -  innerhalb etwa eines Jahrhunderts schlanke,  hohe Stämme.


Bild 10: Absterbender Kastanienbaum mit älterem Stockausschlag_Kastanienwald_08. Jänner 2009

Castanea sativa_Kastanienwald_08. Jänner 2009 Siehe Text

Neben der Fortpflanzung durch Früchte wird die Vermehrung auch durch Stockausschläge gesichert: Vielfach umgeben jüngere Bäume ihre absterbenden Kloneltern. Dieser alte Baum im Kastanienwald mit 120 cm Durchmesser stirbt ab. Schon vor Jahren hat er Stockausschläge gebildet, die sich zu zwei kräftigen jungen Bäumen, die nun schon die Kronenhöhe des alten Baumes erreichen,  entwickelt haben (rechts).

Hinweis: Über die Blüte der Edelkastanie ist ein Beitrag für Juni 2009 geplant.

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