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Bad Vöslau Die offizielle Website der Stadtgemeinde Bad Vöslau

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Storchenschnabel-Arten 1

Geranium ssp. 1

Bild 1: Reife Frucht von Geranium pusillum_17. Juni 2008
Bildtext 1: Die Fruchtklappen bilden eine einem Storchenschnabel ähnliche Spaltfrucht. Am Grunde jeder Klappe umschließen löffelartige Aufwölbungen, die Fruchtklappen, die Samen.

Bildtext 01: Die Fruchtklappen bilden eine einem Storchenschnabel ähnliche Spaltfrucht. Am Grunde jeder Klappe umschließen löffelartige Aufwölbungen, die Fruchtklappen, die Samen.

Die eigenartig geformte Frucht war namengebend für die Familie der Storchenschnabelgewächse ( Geraniaceae), zu der der Reiherschnabel ( Erodium cicutarium )  und die Storchenschnabel-Arten ( Geranium ssp. ) gezählt werden.

Bild 2: Geranium dissectum_Riegeläcker_04. Juli 2009
Bildtext 2: Frucht nach der Samenabsonderung: Die Mittelsäule der Frucht bleibt mit dem Blütenboden, der von 5 ebenfalls erhaltenen Kelchblättern umgeben ist, verbunden. Die löffelartigen Ausbuchtungen der Fruchtklappen bleiben, nachdem sie die Samen weggeschleudert haben, in gekrümmtem Zustand weiter an der Miittelsäule haften.

Bildtext 02: Frucht nach der Samenabsonderung: Die Mittelsäule der Frucht bleibt mit dem Blütenboden, der von 5 ebenfalls erhaltenen Kelchblättern umgeben ist, verbunden. Die löffelartigen Ausbuchtungen der Fruchtklappen bleiben, nachdem sie die Samen weggeschleudert haben, in gekrümmtem Zustand weiter an der Miittelsäule haften.

Bei der Reife lösen sich die unter elastischer Spannung stehenden Fruchtklappen plötzlich voneinander und schleudern dadurch die Samen weit weg.

Bild 3: Geranium sanguineum_Oberkirchen_22. Mai 2008
Bildtext 3: Zuerst entwickeln sich die Staubgefässe (oberes Bild). Wenn die Staubbeutel leer sind, fallen sie ab. Nun entfalten sich die Narben des Fruchtknotens (unten). So wird Selbstbestäubung vermieden.

Bildtext 03: Zuerst entwickeln sich die Staubgefässe (oberes Bild). Wenn die Staubbeutel leer sind, fallen sie ab und nun entfalten sich die Narben des Fruchtknotens (unten). So wird Selbstbestäubung vermieden.

Der Blut-Storchenschnabel oder Blutrote Storchenschnabel (Geranium sanguineum) beeindruckt durch große, leuchtend purpurrote Blüten. Die Kronblätter können bis 25 mm lang sein, der Blütendurchmesser daher bis zu 5cm betragen.

 


Bild 4: Geranium sanguineum_Rastplatz Soosserblick_27. Mai 2010
Bildtext 4: Blick vom Waldsaum bei Sooss nach Vöslau. Im Saum ein dichter Bestand aus Blut-Storchenschnabel

Bildtext 4: Blick vom Waldsaum bei Sooss nach Vöslau. Im Saum ein dichter Bestand aus Blut-Storchenschnabel

Der Blut-Storchenschnabel besiedelt vor allem Säume von Eichenwäldern und kann bisweilen in dichten Beständen Flächen von einigen Quadratmetern bedecken.


Bild 5: Geranium sanguineum_Waldrand Kaiserstein_14. November 2004 & 19. Novemner 2003
Bildtext 05: Das Laub vom Blut-Storchenschnabel kann sich von hellrot bis dunkel-purpurrot verfärben

Bildtext 05: Das Laub vom Blut-Storchenschnabel kann von hellrot bis dunkel-purpurrot verfärben

Während des Sommers und im Herbst verfärben sich die Blätter leuchtend rot. Dieser attraktive Farbwechsel ist auch für den Artbeinamen verantwortlich.


Bild 6:Geranium pusillum_07. Juni 2008_Weingarten Oberkirchen & 28. Mai 2010_Garten Oberkirchengasse
Bildtext 06: Die Kronblätter sind meist nicht viel länger als 2 - 3mm , die runden eingeschnittenen Laubblätter messen höchstens 4cm im Durchmesser.

Bildtext 06: Die Kronblätter sind meist nicht viel länger als 2 - 3mm , die runden eingeschnittenen Laubblätter messen höchstens 4cm im Durchmesser.

Die kleinsten Blüten unter den heimischen Storchenschnabelarten hat der Klein-Storchenschnabel (Geranium pusillum) , der auf etwas gestörten Flächen, wenig betretenen Wegen, auf Äckern und in Weingärten zu finden ist. Allerdings wird er wohl oft übersehen, da er meist nur wenige cm hoch wird und da die ohnehin schon sehr kleinen Kronblätter zum guten Teil noch in den grünen Kelchblättern verborgen sind.

Bild 7: Geranium pyrenaicum_Florastraße_28. Mai 2010
Bildtext 07: Im Grünstreifen am Rande der Florastraße hat sich ein schöner Bestand an Pyrenäen-Storchenschnabel entwickelt. Die Blüten werden gerne von Hummeln und Wildbienen besucht.

Auffälliger ist da schon der Pyrenäen-Storchenschnabel (Geranium pyrenaicum), der meist etwa einen halben Meter hoch wird und dessen 7 bis 10 mm langen Kronblätter weit ausgebreitet ein gut sichtbares Signal für nektarsuchende Insekten bilden. Diese Art besiedelt gerne Weg- und Straßenränder, Raine und nährstoffreiche Störflächen und tritt auch in Fettwiesen auf. Wie der Name sagt, stammt der Pyrenäen-Storchenschnabel aus den Gebirgen Südeuropas und kam im Jahre 1800 nach Mitteleuropa. Er hat sich hier gut etabliert und zählt in Vöslau zu den sehr häufig anzutreffen Arten.

Bild 8: Geranium robertianum_Hauerberg_28. November 2009
Bildtext 8: Ein Stink-Storchenschnabel wurzelt in einer dünnen Moderauflage auf einem beschatteten Felsen
Bildtext 08:  Ein Stink-Storchenschnbael wurzelt in einer dünnen Moderauflage auf einem beschatteten Felsen

Immer schon heimisch ist der Stink-Storchenschnbabel (Geranium robertianum), der zu diesem Namen durch seinen tatsächlich etwas strengen Geruch kam. Ein weiterer volkstümlicher Name ist Ruprechtskraut. Der Hl. Robert = Ruprecht = Rupert - ahd Hrodbert- soll um 700 den medizinischen Gebrauch dieser Pflanze empfohlen haben. Es könnte sich der Volksname aber auch auf die rosarote Blütenkrone und die rötlichen Stängel beziehen: althochdeutsche rotprecht = in roter Farbe glänzend, rötlich. [nach GENAUST, 2005: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen]

Er ist, im Gegensatz zu den vorher genannten Arten, sehr genügsam, was seinen Lichtbedarf betrifft, daher eine Pflanze von nährstoffreichen halb- und vollschattigen Standorten. Wir finden ihn in Wäldern und schattigen Gärten und Parks mit nährstoffreichen Humusauflagen, auch auf Felsen und Mauern, bevorzugt in schattiger Lage, bisweilen aber auch auf extremen Plätzen wie im Gleisschotter (dort auch die sehr ähnliche Art Geranium purpureum=Purpur-St., bisher in Vöslau noch nicht). Das andere Standortextrem kann eine Halbhöhle sein, wo er, wie auch an anderen schattigen Standorten, die Blattflächen dem intensivsten Lichteinfall zuwendet.

Bild 9: Geranium robertianum_Garten_28. Mai 2010

Bildtext 9: An Stellen mit Wanderschatten blüht das Ruprechtskraut auch in Gärten jedes Jahr. Das Ruprechtskraut ist einjährig, stirbt also nach der Samenreife ab. Wenn es unansehnlich wird, kann man es getrost entfernen, wenn man ihm vorher ausreichend Zeit gelassen hat, Samen für das nächste Jahr auszustreuen.

Bildtext 09: An Stellen mit Wanderschatten blüht das Ruprechtskraut auch in Gärten jedes Jahr- wenn man es nicht als Unkraut ansieht- streut Samen aus und stirbt dann ab. Wenn es unansehnlich wird, kann man es getrost entfernen, wenn man ihm vorher ausreichend Zeit gelassen hat, Samen für das nächste Jahr auszustreuen.

 

Weitere Storchenschnabel-Arten werden im Juni 2010 vorgestellt.

Bild 10: Geranium pyrenaicum_Florastraße_28. Mai 2010

Bildtext 10: Noch ein Blick auf die Pyrenäen-Storchenschnäbel an der Florastraße

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