Im dunklen November entschleunigen und innehalten mit Räuchern
Räuchern ist seit Jahren ein Ritual für mich, in vielen Lebenslagen, zum Innehalten, zum Reinigen, zum Beruhigen, zum Punschen, ….man könnte die Liste endlos fortsetzen. Gerade in der dunklen, nebligen Zeit zieht man sich gerne zurück und warum nicht mit angenehmen und heilenden Düften. Das Beobachten des Rauches, wie steigt er auf, wie duftet er ist sehr meditativ.
Seit der Steinzeit verbrennt der Mensch Pflanzen und Harze. Im ländlichen Bereich werden Haus und Hof zum Schutz, als Dankbarkeit und zur Vertreibung böser Geister ausgeräuchert. Die Kirche verwendet Weihrauch für ihre Rituale. Heute bewegen uns andere Themen wie finanzielle Unsicherheit, Existenzängste, Leistungsdruck und vieles mehr, räuchern löst diese Themen nicht, aber man kann diesen Themen begegnen und wir dürfen uns spüren. Rauch löst Verdichtungen und das Ritual wirkt auf uns erdend. Lösungen lassen sich erkennen, der Raum fühlt sich geklärt an.
Aber wie geht denn das, das Räuchern?
Ich persönlich ziehe heimisches Räucherwerk vor, zur Sonnenwende binde ich mir jedes Jahr einen Räucherstab mit Kräutern wie Johanniskraut, Wiesensalbei, Dost und Labkraut. Das ist für eine intensive Räucherung von Räumen geeignet, ich verwende ihn auch gerne in den Raunächten. Eine sanftere Möglichkeit des Räucherns ist das Stövchen, man legt die getrockneten Kräuter oder Harze auf das Gitter und stellt ein Teelicht darunter. Für Hausräucherung verwende ich auch gerne Räucherkohle, diese bringt man zum Glimmen und legt dann das Räucherwerk darauf. Immer darauf achten, dass man feuerfeste Schalen mit Sand verwendet, damit man sich nicht verbrennt.
Was kann man denn so Räuchern?
Salbei ist für mich das wichtigste Kraut, er reinigt und schenkt Klarheit. Ich verwende ihn gerne als Räucherstick, wenn „dicke Luft“ herrschte, zur Klärung und Abgrenzung. Versuchen Sie es mal bei Familienfesten, wo viele intensive Energien aufeinandertreffen, einfach ein Stövchen mit Salbei und vielleicht etwas Lavendel aufstellen und den Raum sanft beduften, probieren Sie es und beobachten Sie. Wacholder findet sich in jedem Küchenschrank, er ist die Pflanze des Lichts, die Beeren wirken vitalisierend, die Blätter schützend. Melisse und Ingwer für bessere Konzentration, Lavendel zur Beruhigung und Kamille für Geborgenheit.
Viele Baumharze eignen sich hervorragend zum Räuchern, bitte aber vorsichtig ernten, ich nehme nur das trockene Harz, dass sich leicht von der Rinde löst, weiches Harz braucht der Baum noch zum Heilen.
Verwenden Sie nur Kräuter, die Sie kennen.
Räuchern ist sehr individuell, seien Sie kreativ!
Für mich ist die Absicht ein wichtiger Aspekt, ich räuchere meist nur ein bis zwei Pflanzen, da ich dann bei der klaren Absicht bleiben kann. Lassen Sie sich auf den Duft ein, beobachten Sie den Rauch und fühlen Sie.
Wie heißt es oft so schön: „Alles hat sich in Rauch aufgelöst!“
In diesem Sinne bis zum Dezember, da werde ich über die Raunächte schreiben, ein spannendes Thema!
Eure Anita