Werde ich langsamer, oder was passiert da im Älterwerden?

Als ich mich auf die 60 zubewegte, stellte ich bei mir so ein paar Defizite fest. Die Dinge fallen im Alltag nicht gleich so auf, man arrangiert sich mit einigen Dingen, aber manchmal wurde mir das Langsamer werden bewusst vor Augen gehalten. Zum Beispiel hatte ich mich einmal gewundert, warum ich auf den Weg von der Garage zu meinem Arbeitsplatz im LKH-Baden von KollegInnen überholt wurde, obwohl ich dachte ich ginge „normal“. Feststellen musste ich, es waren jüngere KollegInnen. Ich dachte mir, ui wann ist denn das passiert.

Wollen wir das mal wissenschaftlich betrachten:

1. Körperliche Veränderungen

  • Muskelabbau und Kraftverlust: Bereits ab dem 30. Lebensjahr beginnt der Körper, Muskelmasse und Kraft zu verlieren. Dieser Prozess beschleunigt sich mit zunehmendem Alter und kann durch Bewegungsmangel verstärkt werden. Die Muskeln werden schwächer, was sich auf die Gehgeschwindigkeit und die allgemeine Leistungsfähigkeit auswirkt. [focus.de]
  • Schwächere Beinmuskulatur: Besonders die Wadenmuskeln verlieren an Kraft, was zu kürzeren Schritten und langsamerem Gang führt. Dies erhöht das Risiko für Stürze und erschwert alltägliche Aufgaben. [msdmanuals.com]

2. Veränderungen im Gehirn und Nervensystem

  • Reduzierte Durchblutung: Mit dem Alter nimmt die Durchblutung des Gehirns ab. Dadurch werden Reaktionszeiten länger und Aufgaben langsamer ausgeführt. Die Präzision bleibt meist erhalten, aber es braucht mehr Zeit. [de.phongnh…plorer.com]
  • Abbau der Myelinschicht: Die Myelinschicht, die Nervenfasern umhüllt und die Geschwindigkeit der Signalübertragung erhöht, baut sich im Alter ab. Das führt zu einer langsameren Informationsverarbeitung. [de.phongnh…plorer.com]
  • Veränderungen der Neurotransmitter: Die Produktion und der Transport von Neurotransmittern, den Botenstoffen im Gehirn, verändern sich, was die Effizienz der neuronalen Kommunikation beeinträchtigt. [de.phongnh…plorer.com]

3. Weitere körperliche Prozesse

  • Abnahme der Elastizität: Die Elastizität von Knorpeln, Bandscheiben und anderen Geweben nimmt ab. Das führt zu einer geringeren Beweglichkeit und kann Schmerzen verursachen. [wandernundmehr.at]
  • Sarkopenie: Der Verlust an Muskelmasse und -funktion wird als Sarkopenie bezeichnet und ist ein typisches Zeichen des Alterns. [fitimalter-dge.de]
    Text KI generiert, Quellen sich angeführt

Naja, so ist schon einiges erklärbar.

Jetzt kann ich mir sagen, ich arrangiere mich mit dem „langsamer werden“ und passe den Alltag entsprechend an, weil etwas langsamer gehen ist ja jetzt nicht so schlimm. Aber so ist das nicht.

Ich bezeichne mich als bewegungsfreudigen Menschen, regelmäßig Cardio- und Krafttraining sich mir wichtig und schon kommt die nächste Lektion.

Im Ruhestand darf ich meine Enkelkinder regelmäßig betreuen und da spielt sich das Kinderleben am Boden ab, hier merkt man die nächsten Defizite, schmerzfrei auf den Fersen sitzen, vom Boden aufstehen sind Herausforderungen. So habe ich wieder meine Yogamatte ausgepackt und gedehnt und geübt, man will nicht glauben, wie schnell das Erfolge bringt. Niklas bringt mir mittlerweile kein „Stockerl“ mehr, weil ich im Kinderzimmer und in der Zwergerl -Tanzstunde wieder am Boden sitzen kann. Auch das Hinsetzen auf eine Rodel zeigte mir, dass das Hüftgelenk gedehnt und gekräftigt gehört, dafür mache in mehrmals täglich eine tiefe Hocke, so habe ich den letzten Wintereinbruch wieder mit meinen zwei Zwergen genießen können, aber es heißt dranbleiben.

Trotzdem muss ich doch dem Alter oder einer Krankheit in einem vernünftigen Maß Tribut zollen. Falsche Einschätzung und Überforderung sollten nicht meine Sparringspartner sein. Ich habe die Laufschuhe gegen Walkingstöcke ausgetauscht, gehen ist mir sehr wichtig. Die Alpinschier habe ich gegen Schneeschuhe ausgetauscht, ich ziehe die Ruhe vor und hüte mich vor schweren Verletzungen. Das Mountainbike darf gerne ein Trekkingrad werden. Auf diese Weise lässt sich der Urlaub mit Partner oder Freunden genauso genießen.

Der Spaß und der Kontakt mit Gleichgesinnten dürfen nicht zu kurz kommen, so liebe ich meine Bücherrunde in der Stadtbücherei Bad Vöslau, alle zwei Wochen tauschen wir uns über Literatur und vieles mehr aus. Mein neues Projekt wird Tanzen in der Gruppe in der Tanzschule Dobner, das beginne ich diese Woche, ich freue mich auf Bewegung zur Musik und Spaß mit anderen Teilnehmerinnen.

So bin ich derzeit wieder gut auf Kurs, nur halt ein bisschen langsamer.

Mein Motto:

„Alles genießen, wenn man wieder in den Bahnen ist, wenn eine neue Herausforderung auf mich zukommt, innehalten, sichten und neu kalibrieren.“

 

Fazit:

Ein aktiver Lebensstil, regelmäßige Bewegung und geistige Beschäftigung können den Prozess verlangsamen und die Lebensqualität erhalten. [focus.de]